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Cry me a River von Alice Socal

von Yvonne

Relativ zu Beginn von Alice Socals Graphic Novel Cry me a River sieht man die beiden Hauptfiguren – ein junges Paar – beschwingt und glücklich in ihrem Domizil auf Zeit, in dem sie die beiden Hunde einer Verwandten hüten. Sie reden, lachen, lieben sich – und reden doch die ganze Zeit über völlig unterschiedliche Dinge. Als Leser und Beobachter fragt man sich, was die beiden zusammenhält – und kurz darauf fragen sie sich das auch. Sie entschließen sich, sich zu trennen. Doch so schnell können sie ihr Vorhaben nicht in die Tat umsetzen. Denn einer der Hunde stirbt und der andere braucht in seiner Trauer besondere Aufmerksamkeit.

Also leben sie weiterhin gemeinsam in einem Dorf, in dem sie niemanden kennen. Sie träumen von unterschiedlichen Dingen und können sich kaum aus dem Weg gehen. Und auch sie durchlaufen eine Phase der Trauer um ihre Beziehung, die sie doch freiwillig aufgeben.

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Cry Me a River von Alice Socal

Erschienen 2017 bei Rotopol
136 Seiten, 16,00 Euro

Bei Amazon bestellen           Bei Thalia bestellen

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Cry Me a River von Alice Socal

Erschienen 2017 bei Rotopol
136 Seiten, 16,00 Euro

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Wunderbare Geschichte über Zweisamkeit und Zweifel

Alice Socal erzählt kurz und ohne große Ausschmückungen. Vieles wird nur in Andeutungen erzählt, skizziert im wörtlichen wie übertragenen Sinne. Dass die beiden Hauptfiguren keine Namen haben, wundert da überhaupt nicht. Sie sind einfach das „du“ des jeweils anderen. Die Beziehung, die die beiden führen, ist gleichzeitig typisch und einzigartig. Typisch, weil sie mehr mit sich selbst und ihrer Außenwelt als mit dem Blick auf das Gute, dass sie haben, beschäftigt sind, und einzigartig in der Art, wie sie reagieren. Denn sie sind so aneinander gewöhnt und aufeinander eingespielt, dass sie sich sogar die Zeit nehmen, sich gemeinsam zu trennen und dieses Prozess inklusive der vielen Tränen, die fließen, miteinander durchlaufen.

Die Grenzen zwischen Fantasie und Realität sind fließend in dieser Graphic Novel. Da werden etliche Wasserflaschen mit Tränen gefüllt oder ein Wurm in einer Cornflakes-Schachtel gibt gute Lebenstipps. Gerade dieses Hereinholen des Fantastischen in die dargestellte Alltagswelt stützt in Cry me a River die Darstellung der widersprüchlichen und übermannenden Emotionen, die man als Leser immer wieder mitfühlen kann.

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